…sind die Netze noch neutral?

Viele Internetnutzer antworten auf die Frage, ob jeglicher Datenverkehr im Netz gleich behandelt wird, mit ja. Diese Gleichbehandlung aller Daten bezeichnet man als „Best Effort-Prinzip“. Viele Telekommunikationsfirmen verstoßen laut einer Studie bereits heute dagegen.

Schon bei der Übertragung der Daten im Mobilfunknetz stößt man auf erste Sperren, die sich dem unterschiedslosen Datenverkehr in den Weg stellen. Die Blockade oder das Ausbremsen von VOIP-Datenpaketen ist hier weit verbreitet. Gleiches trifft auf viele Datenpakete aus dem Peer-to-Peer-Verkehr (P2P) zu. Um diesen Datenpaketen auf die Schliche zu gelangen, wird vielfach auf die Deep Packet Inspection (DPI) gesetzt. Damit wird der gesamte Datenverkehr durchleuchtet.

Diese Überwachung an der Schnittstelle zum Nutzer (User-Network-Interface) wird vielfach mit der „Sicherheit und Integrität“ des Netzes begründet. Hat aber die Steuerung des Netzes zugunsten der eigenen VOIP- und Streamingangebote etwas mit der Integrität des Netzes zu tun?

Hier sollte schnellstens von Seiten der Regulierungsbehörden eingegriffen werden. Leider ist bisher trotz intensiver Diskussionen auf unterschiedlichen Ebenen noch keine gesetzliche Regelung im Blick. Die letzte große Chance wurde vertan (Novellierung des Telekommunikationsgesetzes).

Den Informationen von gruen-digital zu Folge ist der bundesdeutschen Regierung auch nicht an einer Kurskorrektur bezüglich der Netzneutralität gelegen. Die ökonomische Seite des Internets scheint hier z.Zeit noch die Oberhand zu behalten, ist bei einer regularischen Änderung zur „wahren“ Netzneutralität so manches Geschäftsmodell zu überdenken.

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