Ungewollter Einsatz für Netzneutralität?

Viele Zugangsprovider verfolgen schon seit Monaten das Ziel an den Erlösen von Contentbereitstellern wie Google, Youtube und auch den Mediatheken der Fernsehsender beteiligt zu werden. Dies würde das Aus für die Neutralität der Kommunikationsnetze bedeuten.

Könnten die Zugangsnetzbereiber für die Einspeisung dieses Contents von den Bereitstellenden Einspeiseentgelte verlangen, würde ein zweiseitiger Markt entstehen und die Einspeisung könnte bei Nichtentrichtung des Entgeltes verwehrt werden. Der Netznutzer, der durch den entsprechenden Zugangsprovider versogt wird, hat dann keinen Zugriff mehr auf diese Inhalte und würde damit in seinen Rechten eingeschränkt sein.

Sollte es zu diesen „Durchleitegebühren“ kommen, würde peu à peu die Netzneutralität aufgehoben werden und die Konnektivität des Einzelnen wäre eingeschränkt.

Ein ähnliches Modell verfolgten bis jetzt die Breitbandkabelnetzbereiber in Deutschland. Diese kassieren bis jetzt 2x. Einmal über die Endkundenanschlüsse und ein weiteres mal auf der anderen Seite der Leitung von den Einspeisenden wie z.B. ARD, RTL oder ZDF. Das Nachsehen haben hier die kleineren Netzbetreiber, denn bisher bekamen diese von dem Kuchen nichts ab.

Die öffendlich-rechtlichen Sender haben nun auf Grund der Einsparvorgaben der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) diese Einspeiseentgelte gekippt. Damit dürften die Tage der zweiseitigen Vermarktung in den Breitbandkabelnetzen gezählt sein.

Gelingt es hier ein zweiseitiges Marktmodell abzuschaffen, sollte es auch möglich sein, dieses Modell mit seinen oben genannten Nachteilen in den anderen Kommunikationsnetzen erst gar nicht entstehen zu lassen und so die Netzneutralität zu waren.

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