Ich glaube, was ich ohnehin schon weiß

 
Heute geht es vorerst zum letzten Mal um eine typische Arbeitsweise des menschlichen Gehirns, die Sie im Fall einer Sicherheitsabwägung am PC zu falschem Handeln bewegen kann. Das Thema ist die Tendenz des Menschen, eher Informationen zu glauben, die ihn in einem bereits gefassten Urteil bestätigen.
Wer unbedingt einen potenziell gefährlichen Sport ausüben will, glaubt allen Meldungen, die das Risiko eher als klein darstellen. Wer Angst vorm Fliegen hat, nimmt jeden Bericht über einen Flugzeugabsturz als neue Bestätigung seiner Angst. Wer angesichts der Medienberichterstattung einmal zu der Erkenntnis gelangt ist, sexuelle Gewalt gegen Kinder sei heute allgegenwärtig, nimmt jene Statistiken gar nicht mehr wahr, die einen stetigen Rückgang dieser Delikte seit den 60-er Jahren belegen. Wer gern Auto fährt, nimmt jede Statistik, die von abnehmenden Unfallzahlen berichtet, selbst aus den Augenwinkeln heraus wahr. 
Am PC kann es Ihnen geschehen, dass Sie Warnungen vor Trojanergefahren in den Wind schlagen, wenn in Ihrer Umgebung angeblich noch nie jemand Ärger mit Software von russischen Hacker-Seiten hatte.

Der einzig mögliche Rat:
Fragen Sie sich im Fall einer Risikoabwägung selbst, ob Sie objektiv zu Ihren Schlussfolgerungen gelangt sind oder ob sie nur glauben wollen, was Sie glauben, um tun zu können, was Sie unbedingt tun wollen.

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