Selbsttun ist sicherer?

Sobald Sie am PC etwas selbst tun, schätzen Sie damit verbundene Risiken geringer ein, als wenn jemand anderes zu Werke geht. Auch Ihnen bekannte Statistiken oder Ansichten, die Sie über die Internetgefahren im Allgemeinen vertreten, scheinen nicht mehr zu gelten, sobald Sie selbst aktiv werden. Sie schalten dann einen Virenscanner ab oder besuchen zweifelhafte Websites, obwohl Sie genau dies niemals einem anderen raten würden und es ihm schon gar nicht an Ihrem eigenen PC erlauben würden.
Sie glauben das nicht? Das Dumme ist tatsächlich, dass man diesen Selbstbetrug nur ganz selten wahrnimmt. Überlegen Sie einmal, warum viele Menschen auf dem Beifahrersitz nervös werden und unbedingt selbst das Steuer in die Hand nehmen wollen, auch wenn es keinen Beleg dafür gibt, dass der andere Fahrer schlechter fährt. Das gleiche Phänomen spielt mit, wenn Menschen wider alle Vernunft und Statistik keinerlei Angst vor einer Autofahrt zum Flughafen haben, wohl aber vor dem Flug selbst – weil sie dann untätig hinten im Passagierabteil ausharren müssen. Es spielt auch dann eine Rolle, wenn dieselben Eltern, die ihren Kindern Vorsicht in allen Lebenslagen predigen und ängstlich am Morgen den Schulweg überwachen, anschließend zu Hause auf einen kippeligen Stuhl klettern, um am Stromanschluss einer eingeschalteten Deckenlampe herumzuschrauben.    
Gegen diese menschliche Schwäche ist leider kein Kraut gewachsen. Das Einzige, was Sie dagegen unternehmen können, ist, sich die Verhaltensweise als solche bewusst zum machen und ihre Wirkung bei Sicherheitsentscheidungen einzukalkulieren. Auch hier gilt: Nehmen Sie sich Zeit und überlegen Sie lieber zweimal, bevor Sie ein Risiko eingehen. Gerade am PC sind Sie wahrscheinlich genau so leicht hereinzulegen wie jeder andere Anwender auch, Profis nicht ausgeschlossen.

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